Osteoporose

Osteoporose, auch „Knochenschwund" genannt, ist die häufigste Knochenerkrankung. Man versteht unter Osteoporose eine Abnahme der Knochenmasse, - struktur und - funktion, die zu einer schmerzhaften mechanischen Instabilität des Skeletts mit der Gefahr von Knochenbrüchen führt. Die wichtigsten Formen der Osteoporose sind die postklimakterische und die Altersosteoporose.

Ganz allgemein liegt der Osteoporose ein Missverhältnis zwischen Knochenaufbau und - abbau zu Grunde. Das Hauptsymptom der Erkrankung sind vor allem starke Knochenschmerzen. Als Komplikation treten Knochenbrüche auf, die zu dauerhaften Veränderungen des Skeletts, zum Beispiel zu einer Abnahme der Körpergröße, führen können. Eine Diagnose der Osteoporose im Frühstadium ist bisher nur eingeschränkt möglich. Die fortgeschrittene Erkrankung dagegen ist auf Röntgenbildern meist gut zu erkennen. Die Behandlung der Osteoporose beruht auf einer medikamentösen Beeinflussung des Knochenstoffwechsels. Unbehandelt schreitet eine Osteoporose ständig voran und kann zu Invalidität und Pflegebedürftigkeit führen. Von besonderer Bedeutung sind vorbeugende Maßnahmen, zu denen eine kalziumreiche Ernährung und regelmäßige körperliche Bewegung gehören. Im Gegensatz zu früher wird die Hormonersatztherapie bei Frauen in den Wechseljahren nicht mehr generell empfohlen, sondern nur unter Abwägung des Nutzens und aller Risiken.

Osteoporose tritt regional unterschiedlich häufig auf: Praktisch nicht betroffen sind Schwarze, wohingegen Europäer oft unter Knochenschwund leiden. In Deutschland erkranken ca. 20 - 40% aller Frauen in den Wechseljahren an Osteoporose. Bundesweit ist insgesamt etwa jede(r) Zehnte betroffen.

Ursachen

Bis etwa zum 40. Lebensjahr nimmt die Knochenmasse des Menschen zum einen durch das Wachstum, zum anderen durch eine Steigerung der „Knochendichte" ständig zu, bis eine individuelle maximale Knochenmasse erreicht ist. Ab etwa dem 40. Lebensjahr werden dann, ausgehend von dieser maximalen Knochenmasse, ca. 0,5 bis 1,5% jährlich wieder abgebaut. Störungen, die diesen natürlichen Knochenabbau steigern, führen zur Entwicklung einer Osteoporose - mit der Gefahr von Knochenbrüchen. Bereits ein verminderter Knochenaufbau in den ersten vier Lebensjahrzehnten begünstigt die Entstehung einer (späteren) Osteoporose, da die maximal erreichbare Knochenmasse niedriger ist.


Ursachen für einen verminderten Knochenaufbau sind:
- genetische Faktoren
- mangelnde körperliche Aktivität
- mangelhafte Versorgung mit Kalzium und Vitamin D
- Östrogenmangel bei Mädchen und jungen Frauen, z. Bsp. bei verzögerter Pubertät

Die Auswirkungen dieses verminderten Knochenaufbaus zeigen sich im Allgemeinen jedoch erst nach dem 50. Lebensjahr. Man geht heute davon aus, dass bei einer Vielzahl der jetzt an Osteoporose erkrankten Patienten unter anderem die Mangelversorgung im zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit zu der Erkrankung beigetragen hat.

Symptome
Solange lediglich eine verminderte Knochenmasse vorliegt, macht eine Osteoporose wenig Beschwerden. Kommt es allerdings im Krankheitsverlauf zu Knochenbrüchen und Verformungen der Knochen, treten starke schmerzen auf, die eine weitere Bewegung unmöglich machen. Sind lange Röhrenknochen betroffen, liegen klare Verhältnisse vor. Das Bein kann nicht mehr bewegt werden, laufen ist unmöglich. Dahingegen gehen Wirbelkörperbrüche zwar ebenfalls mit starken Schmerzen einher, werden aber häufig als „Hexenschuss" oder „Ischias" fehlgedeutet. Die Folge von Wirbelkörperbrüchen sind ein Größenverlust von bis zu 20 cm, die Ausbildung eines Rundrückens und eine verstärkte Krümmung der Lendenwirbelsäule nach vorn.

Zur Linderung ihrer Beschwerden greifen viele Patienten zum Mittel der Bewegungseinschränkung und Schonhaltung, wobei die daraus resultierende Muskelverspannung ihrerseits schmerzhaft ist. Nach einem mehrjährigen Krankheitsverlauf sind bis zu einem Drittel der Patienten auf Hilfe im Alltag angewiesen. Dies geht mit einem deutlichen Verlust der Lebensqualität einher.

Therapie
Da die Behandlung der Osteoporose schwierig ist, hat die Vorbeugung der Erkrankung einen sehr großen Stellenwert. Je nach Krankheitsverlauf besteht die Behandlung der Osteoporose in der Beeinflussung des Knochenstoffwechsels, der Schmerzbekämpfung, der Versorgung von Knochenbrüchen sowie der Verbesserung der eingeschränkten Lebensqualität.

Menschen mit Osteoporose sollten sich kalziumreich ernähren oder zusätzlich Kalzium - Präparate zu sich nehmen. Dadurch kann sich die Anzahl von Knochenbrüchen verringern. Außerdem ist auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D zu achten. Zusatzmittel sollte man generell in Rücksprache mit seinem Arzt vornehmen, da zum Beispiel Menschen mit Nierensteinen keine Kalzium - Präparate einnehmen dürfen.

Biphosphonate sind die am besten untersuchten Osteoporose - Medikamente - sofern eine medikamentöse Therapie notwendig ist. Dies entscheidet der Arzt jeweils aufgrund der Befunde und im Gespräch mit dem Patienten. Biphosphonate (Alendronat oder Risedronat)

Sind dabei eine Gängige Therapieoption. Sie reduzieren das Risiko für Knochenbrüche nachweislich und auch ein Anstieg der Knochendichte konnte in Studien belegt werden. Das Medikament Raloxifen soll bei Wirbelkörperfrakturen einen positiven Effekt aufweisen.

Durch Fluoride kann zwar die Knochenbildung gesteigert werden, eine Senkung der Knochenbruchrate konnte aber nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Fluoride sind bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion nicht geeignet. Fluorid und Kalzium sollten zeitlich getrennt eingenommen werden.

Kalzitonin, ein körpereigenes Hormon, bremst den Knochenabbau. Obwohl bisher keine Beeinflussung der Häufigkeit von Knochenbrüchen nachgewiesen werden konnte, lindert Kalzitonin bei einem Großteil der Patienten mit Osteoporose der Wirbelsäule die Schmerzen.

Eine bereits eingetretene Verringerung der Knochenmasse ist durch den Einsatz beziehungsweise Ersatz von  Östrogenen nicht mehr zu beeinflussen.

Vorbeugen
Kalziumreiche Ernährung

Anzustreben ist eine Kalziummenge von 1000 bis 2000 mg, die zum einen durch kalziumreiche Lebensmittel wie Milch und Käse, zum anderen durch Kalziumsalze in Form von Brausetabletten eingenommen werden kann.

Regelmäßige körperliche Bewegung
Bewegungsmangel ist eine der Hauptursachen für viele chronische Erkrankungen. Wer regelmäßig Sport treibt oder sich mindestens 30 Minuten täglich ausgiebig bewegt, hält nicht nur seine Muskeln fit. Auch der Knochenaufbau wird gefördert und man wirkt Schonhaltungen bzw. Muskelverspannungen effektiv entgegen.

Hormonersatztherapie bei Frauen in den Wechseljahren
Eine Hormonersatztherapie wurde früher bei Frauen mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer Osteoporose großzügig eingesetzt. Heutzutage ist eine Östrogentherapie nur im Einzelfall indiziert, wenn der Nutzen und das Risiko (Nebenwirkungen) mit dem behandelnden Arzt ausführlich abgewägt wurden.

Ratgeber
Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e. V.
Kirchfelstrasse 149
40215 Düsseldorf