Asthma
Das Asthma (Asthma bronchiale) ist eine Erkrankung der Atemwege, bei der die Schleimhäute der Atemwegswände chronisch (langwierig) entzündet sind. Auf bestimmte Reize verengen sie sich und rufen eine - häufig anfallsartige - Atemnot hervor, die besonders nachts und am frühen Morgen auftritt. Durch den meist langjährigen Verlauf kann sich mit der Zeit eine irreversible Atemwegsverengung einstellen.
Ursachen
Die Auslöser für Asthma bronchiale sind vielfältig, und man unterscheidet entsprechend verschiedene Formen der Bronchialschwellung. Neben den allergischen können auch nicht allergische Reaktionen auf Reize eine Rolle spielen. Hier stehen Luftschadstoffe, wie Abgase oder Tabakrauch, Nebel und Kaltluft im Vordergrund, aber auch bestimmte Medikamente können Asthma auslösen. Bei vielen Kindern kommt es durch körperliche Anstrengung zu Asthma. In den meisten Fällen reagieren die Patienten aber auf mehrere Auslöser; es liegen häufig Mischformen der Erkrankung vor. Psychologische Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle: einerseits beeinflussen sie das Ausmaß des Krankheitsgeschehens, andererseits kommen sie bei der Bewältigung der Krankheit ins Spiel.
Das allergische Asthma bronchiale ist eine immunologische Erkrankung, bei der das Immunsystem des Körpers sich gegen Stoffe und Substanzen richtet, die nicht schädlich für den Körper sind. Die meisten Asthmatiker weisen erhöhte werte des Immunglobulins E auf. Immunglobulin E ist ein Antikörper, der gewöhnlich der Immunabwehr dient. Er ist jedoch auch verantwortlich für allergische Reaktionen.
Symptome
Die Symptome des Asthma bronchiale werden durch die Schwellung der Atemwege, insbesondere der Bronchialschleimhäute hervorgerufen; auch die lokale Entzündung und damit verbundene gesteigerte und übermäßig zähflüssige Produktion von Bronchialschleim tragen tu den Beschwerden bei. Schleim und Schleimhautschwellung führen beide zu einer Verkleinerung des Atemwegslumens (Obstruktion). Dadurch wird die Atmung wegen des kleineren Durchmessers der Luftwege behindert. Kinder sind häufiger als erwachsene betroffen, weil ihre Schleimhautoberfläche im Verhältnis zu Weite der Atemwege besonders groß ist. Die Muskeln der kleinen Luftwege ziehen sich zudem krampfartig zusammen. Vor allem das Ausatmen ist durch diese Mechanismen gestört: Bei der insgesamt verlängerten Ausatmung entsteht durch eine Verstärkung der Strömungsgeräusche ein Pfeifen (Giemen) und Brummen. Häufig liegt auch ein Reizhusten mit glasig - zähem Auswurf vor.
Akut zeigt sich das Asthma als Anfall, ausgelöst durch eine plötzlich verstärkte Verengung der Luftwege. Hierbei klagen die Patienten über schwere Atemnot und ein Engegefühl in der Brust. Der Anfall kann wenige Sekunden bis mehrere Stunden andauern, in einigen Fällen sogar mehrere Tage. Die Ärzte sprechen dann von einem „Status asthmaticus". Im Verlauf zeigen sich Symptome wie Husten oder Atemnot auch zwischen den Anfällen. Herz und Lungengewebe werden belastet, es kann sich auf Dauer eine Lungenüberblähung durch die ungenügende Abatmung bilden.
Diagnose
Bei der spezifischen Diagnostik stehen die Lungenfunktionstests im Vordergrund, um die reversible verminderte Atemfunktion und die genaue Art der Einschränkung zu identifizieren. Da es sich beim Asthma vor allem um ein Problem bei der Ausatmung handelt, sind die Ausatemkapazität und die Menge der in der Lunge zurückbehaltenen Luft von entscheidender diagnostischer Bedeutung.
Falls ein durch Anstrengung hervorgerufenes Asthma vorliegt, können Lungenfunktionstests unter körperlicher Belastung durchgeführt werden. Weisen Patienten trotz asthmatischer Beschwerden eine normale Lungenfunktion auf, kann die Atemwegsüberempfindlichkeit auch durch eine inhalative Provokation stimuliert werden.
Röntgenbefunde können bei Asthma bronchiale unauffällig sein, es sollten jedoch bei der Erstdiagnostik und bei schweren Verläufen Röntgenuntersuchungen erfolgen.
Therapie
Bei der Behandlung von Asthma bronchiale ist der Verzicht (Karenz) von Anfall auslösenden Stoffen von großer Bedeutung.Für die Behandlung des Asthma bronchiale werden hauptsächlich zwei Arzneimittelgruppen eingesetzt: Bronchien erweiternde und entzündungshemmende Medikamente. Mit den Entzündungshemmern - insbesondere Kortikosteroide - wird die chronische Entzündung als eigentliche Ursache des Asthmas behandelt. Kortikoide bewirken, dass die Schwellung und Schleimbildung in den Atemwegen zurückgeht. Kortikoide werden inhaliert, um den Zielort direkt und mit möglichst wenigen Nebenwirkungen zu erreichen. Sie sind die wesentliche Stütze der Dauertherapie des Asthmas. Die medikamentöse Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der Erkrankung. Je nach Schweregrad bzw. „Stufe", von denen beim Asthma vier unterschieden werden, kommen verschiedene Medikamente bzw. unterschiedliche Dosierungen zum Einsatz. In den höheren Krankheitsstufen werden neben den inhalativen Kortikosteroiden auch langwirksame Beta - 2 - Sympathomimetika eingesetzt. Diese Adrenalinähnlichen Substanzen erweitern die Bronchien: Die Atemwege sind nicht mehr so stark verengt, weil die verkrampfte Atemmuskulatur gelockert wird.
Unter den Bronchien erweiternden Substanzen gibt es kurz - und langwirksame. Langwirksame Beta - Sympathomimetika lindern die Symptome für einen Zeitraum bis zu zwölf Stunden. Die kurzwirksamen Bronchialdilatatoren helfen im akuten Fall, wenn die Wirkung innerhalb weniger Minuten einsetzen soll. Wer zu häufig nach diesen Substanzen greift, beweist, dass seine Asthmatherapie nicht optimal ist. Oft wird die wichtige Dauertherapie vernachlässigt, da sich der Betroffene beschwerdefrei fühlt. Dabei bildet sich die Entzündung in den Atemwegen erst nach Wochen und Monaten zurück. Eine gute Therapie vermag auch die Lungenfunktion langfristig zu normalisieren.
Verlauf
Im Allgemeinen ist die Prognose von kindlichem Asthma bronchiale sehr gut. Die meisten Kinder haben nur leichte Beschwerden. In der Regel haben mehr als 50% der betroffenen Kinder im Erwachsenenalter kein Asthma mehr. Bei einigen kommt es jedoch auch nach jahrzehntelangem asthmafreiem Intervall zu einem Wiederauftreten der Erkrankung. Je schwerer das Asthma in der Kindheit, desto wahrscheinlicher ist es, dass diese Menschen auch als Erwachsene darunter leiden. In jedem falle bleibt die Anfälligkeit des Bronchialsystems ein Leben lang erhalten.
Vorbeugen
Trockene Raumluft stellt einen Reizfaktor für die Bronchien dar, Betroffene sollten daher auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit im Raum achten. Die individuell unterschiedliche klimatische Reizbarkeit sollte bei der Wahl des Aufenthaltsorts bedacht werden, soweit dies möglich ist.
Auf das Rauchen in Räumen, in denen Kinder mit Asthma wohnen, muss unbedingt verzichtet werden. Sowohl die Häufigkeit des Auftretens von Asthma, als auch der Schweregrad des Verlaufs werden durch Rauchen in der Umgebung negativ beeinflusst. Bei einigen Kindern kommt es zu Asthma, wenn eine bakterielle Entzündung der Nasennebenhöhlen oder der Bronchien vorliegt. In diesen Fällen sollten eine bakterielle Nasennebenhöhlenentzündung oder eine akute Bronchitis frühzeitig und konsequent mit Antibiotika behandelt werden. Keinesfalls sollte allerdings eine Dauertherapie mit Antibiotika erfolgen.
Allgemeine Einschränkungen bezüglich der Ernährung gibt es für Asthmatiker nicht. Eine Ausnahme bilden solche Patienten, die an einer Nahrungsmittelallergie oder - unverträglichkeit leiden. Für alle anderen gelten die üblichen Empfehlungen hinsichtlich einer gesunden, vitaminreichen Kost. Damit der Schleim in den Atemwegen besser abfließen kann, sollten Asthmatiker möglichst viel Flüssigkeit zu sich nehmen.
Selbsthilfegruppen/Beratungsstellen
Deutscher Allergie - und Asthmabund e. V.
Fliehstraße 114
41061 Mönchengladbach
http://www.daab.de/
Die Deutsche Atemwegsliga
Burgstraße 12
33175 Bad Lippringe
http://www.atemwegsliga.de/
Patientenliga Atemwegserkrankungen e. V.
Berliner Straße 84
55276 Dienheim
http://www.patientenliga-atemwegserkrankungen.de/index.html